Samstag, November 18, 2017
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Ape & Feuerstein – Da steckt doch irgendwas dahinter

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Produktbeschreibung

Mit ihrer CD „Da steckt doch irgendwas dahinter“ haben sich Ape&Feuerstein im Jahr 2011 nach 8 Jahren Abstinenz eindrucksvoll zurückgemeldet, denn: Die Pflicht ruft! Ape & Feuerstein mussten wieder an die Schüppe. Denn die Welt stellt sich erschreckend anders dar. Vieles ist nicht nur aus dem Ruder, sondern ganz und gar verkehrt gelaufen. Das Land, nein schlimmer: die ganze Welt wird gerade frontal-fröhlich an die Wand gefahren, am Steuer kurbeln unfähige Politiker, gierige Banker, überforderte Energiekonzerne, haspelndes Beratergesocks und orientierungslose Politikwissenschaftler herum, von denen es keiner besser weiß als der andere. Ihnen gemeinsam sind allein die riesigen Fragezeichen in den glasigen Augen.

„Drei Monate haben sie erst einmal nur geredet – über das Ende der Welt, Erziehung, Politik, das Lebensende. Ein Fluss, der in kürzester Zeit in den 16 Liedern mündete, eingespielt von Angesicht zu Angesicht, ohne elektrische Hilfsmittel.

Eine Reise in drei Schritten. Teil eins mit der Überschrift „Da steckt doch irgendwas dahinter“ wirkt wie eine böse Sesamstraße: Im Gewand von simplen Melodien, die an Spott- oder Kinderlieder erinnern, rechnen Ape und Feuerstein durchaus lustig ab. Da stürzen politische Karrieristen vom Posten als EU-Kommissar in die Hölle, treibt ein fehlendes App auf dem iPhone ein Pärchen in den Irrsinn, werden rassistische Vorurteile aufgezählt – so dass ein Auftritt in einer Bochumer Kirche gar abgesagt wurde. „Wir haben nichts zu verlieren“, so Feuerstein: Ökonomischer Erfolg sei für das Duo nicht vorrangig, sie distanzieren sich von aktueller Popmusik. „Unsere Maxime: Wir machen nichts, was belanglos ist.“

Das kann in Selbstironie münden, wenn sie singen: „Auch Ape und Feuerstein sollte man nicht vertrauen, auf Bühnen steh’n sie nur zum Schein, in Wahrheit geht’s um Frauen.“ Oder in Wünschen und Visionen, die sie im zweiten Kapitel „Es lebe der König“ besingen – und damit den Zuhörer ermutigen. „Der König, das bist Du selbst. Ob reich oder arm, jung oder alt – jeder ist für sich selbst verantwortlich. Wenn Du gut bist, kann der Rest auch gut werden“, sagt Ape. Beide wissen, dass sich von der Bühne „nicht viel“ verändern lässt – aber man kann Emotionen auslösen“, findet Fred Ape.

Den Mut, auch eigene Gefühle zu zeigen, beweist er schließlich im dritten Kapitel „Abschied“: Fred Ape hat im letzten Jahr seine Frau verloren. Sie starb an Krebs. Unglaublich schwer fiel es ihm, dafür die richtigen Worte zu finden – und doch musste er die Trauer in Liedern fassen. „Die Musik hat unser beider Leben geprägt.“ Es ist seine persönliche Form von Abschied, die er nun in leisen, warmen Worten und Klängen auch für andere hörbar macht. Und fühlbar.“ Nadine Albach (Der Westen, 30.3.2011)